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Eine Hommage an Dahab - Egypt

Und was das mit verpassten Chancen zu tun hat... wenn Du Dein Herz nicht öffnest...

Dahab (arab. دهب, Dahab, „Gold“) ist ein beliebter Ferienort an der Ostküste des Sinai, ca. 85 km nördlich von Scharm esch-Scheich. Der Ort entwickelte sich seit Ende der 1970er Jahre zunächst zu einem beliebten Ziel für Rucksacktouristen. (Wikitravel)

Dahab heisst auf arabisch Gold. Wie passend diese Bezeichnung für diesen wundervollen Ort doch ist. Ich möchte Euch erzählen, was für mich der Reiz dieses kleinen Städtchens irgendwo zwischen Sharm El-Sheich und Nuweiba auf der Sinai-Halbinsel ausmacht. Ich werde bei diesen Ausführungen beim positiven bleiben. Es ist mir auch klar, dass die Situation nicht einfach ist. Ich kann verstehen, dass die Menschen Angst haben, nach Ägypten zu reisen. Insbesondere der Sinai ist schon länger  leider ein Krisenherd, wobei sich die Problemzone auf den Nord-Sinai an der Grenze zum Gaza-Strefen beschränkt. Mehrere hundert Kilometer liegen zwischen Sharm und dem Nord-Sinai bzw. dem Gaza-Streifen. Ich kann es nicht ändern. Ich kann nur positiv denken!

Zum 1. Mal nach Dahab ging ich im Juli 2013. Meine Kollegin mit der ich reisen wollte, suchte einen Platz wo sie tauchen konnte und ich - ich wollte Sonne, Strand, einen Liegestuhl, ein Buch, einen Drink und einfach nichts tun. Das Reisebüro empfahl uns etliche Orte. Bei Dahab blieben wir hängen, denn meine Kollegin wusste um die traumhaften Tauch-Spots. Einer der berühmtesten Tauch-Orte der Welt liegt in unmittelbarer Nähe zum Ort, das Blue hole. Perfekt! Schon der Anflug auf Sharm El Sheich war einfach traumhaft. Aber das muss ich wohl niemandem, der schon mal dort war, erzählen. Wir hatten pauschal gebucht und wurden deshalb in einem klimatisierten Bus abgeholt. Die Fahrt führte uns durch die grossartigen Sinai Berge. Schon hier umhüllt Dich ein besonders mystischer Zauber. Diese Stille, diese Ruhe, ab und zu eine kleine Siedlung, ein paar Kamele irgendwo im nirgendwo. Nach ca. 45 min kamen wir im Hotel an, das Swiss inn kann ich wirklich empfehlen, die angesiedelte Tauchschule wird von kompetenten Deutschen geführt. Wir hatten wirklich Rund-um-Sorglos Packet gewählt. Aber darum geht es mir gar nicht. Es ist der Zauber, der Dich einholt!

Just zu der Zeit war Ägypten wieder einmal in einer Krise. Sitzblockaden in Kairo, Chaos, Unsicherheit. Von all dem hörten wir, jedoch schien es weit weg zu sein. Doch halt! Warum war es eigentlich so ruhig im Hotel? Ja die Krise hatte wieder einmal auch die Touristen-Orte getroffen. Das Hotel war praktisch leer. Und die Ägypter? Sie jammerten nicht, sie machten einfach weiter. All jene, die in diesen Hotels arbeiten, leben vom Tourismus. Und vor allem, sie lieben den Tourismus. Das war mein Eindruck. Sie sind so froh, dass wir kommen. Sie hören auch gerne unsere Geschichten, unser Leben in Europa. Bald merkten wir auch, wie das Leben hier funktioniert. Alle sind irgendwie mit dem Tourismus verknüpft. So holten uns die Beduinen mit ihren Pickups ab, um uns zu den Tauchorten zu fahren.

Ausserhalb der Hotels triffst Du auf das Leben...

So kamen wir dann auch an die Orte ausserhalb des behüteten Hotels. Und hier erfasste mich der Zauber dann ganz. Ich begann zu recherchieren. Allzu viel erfährt man indes nicht, aber soviel habe ich erfahren: Dahab war ursprünglich ein verschlafenes Nest, in dem vor allem Hippies Halt machten. Diesen Charakter hat Dahab weit gehenst erhalten können. Die alten Ortsteile laden mit ihren Beduinen-Style Cafes zum verweilen ein. Der laid back Einfluss der alten Tage ist immer noch mehr als spürbar, es wird Tee getrunken, geraucht, philosophiert, einfach keinen Stress. Keine Diskotheken, keine laute Musik, nur Du und die Atmosphäre um Dich. Lass Dich treiben von der Stimmung, lausche den Stimmen, geniesse die gute Luft des Meeres, die farbenfrohen Läden, die fröhlichen Einheimischen. Und ja sie möchten verkaufen! Aber wenn Du nicht möchtest, dann sag einfach 'No thanks' und lauf weiter. Grüsse mit 'Salem aleikum' (Hallo) und sie werden Dich mögen. Trinke Ihren Tee und gib ein kleines Trinkgeld. Es wird Dir kein Loch in die Tasche reisen. Sag 'Shukran' - Danke und sie werden es Dir mit einem Lächeln danken.

Quelle: youtube


Mir hat es so gut gefallen, dass ich im November gleich nochmals nach Dahab reiste. Dieses Mal alleine. Ich traf den Tourguide des Swiss inns wieder. Ja, es ist möglich als Frau in Dahab alleine zu reisen. Doch dieses Mal wohnte ich nicht pauschal, sondern in einer kleinen Pension. Ich wollte dieses Mal wirklich das Leben dort aufsaugen. Ich wollte Einheimische treffen, die Natur erleben, in den Tag hinein leben, den Spirit spüren. Ich wurde nicht enttäuscht. Wir wanderten im Sinai, welchen einen krassen Gegensatz zu unseren Bergen darstellt. Wir tranken Tee mit den Beduinen. Überall war ich herzlich willkommen. Tauchen kann ich immer noch nicht, aber ich lernte zu schnorcheln (ja das ist für mich wirklich erstaunlich, denn das Wasser ist nicht mein Element). Das Gefühl, auf dem Wasser zu schweben und diese grandiose Unterwasserlandschaft anzuschauen, erfüllte mich mit tiefer innerer Ruhe. Und dann war dann noch meine Begegnung mit dem Kamel. Diese einzigartigen, intelligenten Tiere. Mein Tour-Guide meinte: Once in a life-time, you have to sit on a Camel! Und er hatte recht. Das Kamel brachte mich vom Blue hole zur Blue Lagoon, ca. 1 1/2 Kamel-Stunden von Dahab entfernt. Mit dem Auto kommst Du dort nur über einen langen Umweg hin. Unterwegs machten wir Halt bei einer Beduinen-Familie. So nett und freundlich. Sie haben nicht viel und doch jammern sie nicht.   Und das Essen war super. Angekommen bei der blauen Lagune, wusste ich, ich war endgültig im Paradies. Es ist eine Lagune, so ursprünglich und unbenutzt. Nur ein paar einfache Hütten, kein fliessend Wasser, das traumhafte Meer vor Dir. Und in der Nacht Trillionen von Sternen. Wenn Du möchtest, fühlst Du Dich hier wirklich und wahrhaftig eins mit der Natur, mit dem Göttlichen in Dir, mit Dir selbst!!

Irgendwann werde ich wieder nach Dahab reisen. Dann werde ich sicher auch das Katharinen-Kloster besuchen und den Berg Sinai besteigen. Diesen mystischen Ort mit seiner sagenhaften Geschichte, dort wo Himmel und Erde zusammen rücken. Inshallah!

Dieses Video erklärt das Leben in Dahab auf eine schöne Art und Weise.

Quelle: youtube


...was hat das mit verpassten Chancen zu tun?

Du frägst Dich jetzt vielleicht, warum ich diesen Bericht schreibe? Was hat das mit dem Thema des Blogs zu tun? Die Frage ist einfach zu beantworten. Zum einen macht es mich glücklich, über diesen zauberhaften Ort zu schreiben. Zum anderen habe ich aber auch eine gewisse Schwermut in mir, denn eines weiss ich: Als ich dort war, habe ich mich leider noch nicht im selben Masse öffnen können, wie ich es heute mit Sicherheit tun würde. Damals war mir vor allem wichtig, dass ich am Strand liegen konnte und ein Buch lesen, vor allem als ich das 1. Mal dort war. Nein, ich habe nichts gegen herrlich oberflächliche Reisen, jeder so wie er gerne mag. Das Problem war, dass ich mein Herz nicht geöffnet hatte. Ich ging nicht mit dem selben wachen Geist durch die Strassen, wie ich es heute tun würde. Ich sah nicht die liebevollen kleinen Details um mich herum. Ich roch nicht die vielen Geschmäcker, die einzigartigen Düfte. Ich schmeckte nicht den Zauber der arabischen Küche. Ich spürte nicht das Salzwasser auf meiner Haut und die Sonne, die mich wärmte.  Ich sah die verschiedenen Menschen nicht, ich sah nicht ihre Einzigartigkeit.

 

Klar habe ich die Menschen gesehen mit meinen Augen, klar roch ich die Düfte mit meiner Nase, klar hörte ich die Klänge der arabischen Sprache mit meinen Ohren. Natürlich schmeckte ich die arabischen Speisen mit meiner Zunge. Und meine Haut war voll Salzwasser und die Sonne schien darauf.

 

Doch ich habe das alles nicht mit dem Herzen wahrgenommen. Dies und jenes beschäftigte mich. Hier ein Gedanke in die Vergangenheit, da ein Blick in die Zukunft. Da etwas, was mir Kummer bereitete, dort eine Sorge. Anstatt den Moment zu geniessen, anstatt IM MOMENT zu leben, strich die Zeit an mir vorbei. Anstatt mein Herz zu öffnen, blieb es verschlossen. Anstatt die kleinen Dinge zu beachten und daran Freude zu haben, blickte ich auf ein grosses Ganzes, etwas was ich sowieso nicht überblicken konnte. Ich könnte diese Liste beliebig erweitern. Doch das möchte ich gar nicht. Denn jetzt weiss ich es! Lebe und geniesse den Moment!

 

Eine Hommage an Dahab, jenen zauberhaften Ort auf der Sinai Halbinsel, der für mich soviel verändert hat.

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Fotos: von oben von links nach rechts: 1. Auf dem Weg vom blue Hole zur blue lagoon / 2. Blick auf das Blue hole / 3. Strandabschnitt beim Napoleon Reef / 4. Strand beim Swiss inn

5. Beim Tee bei einer Beduinen Famiilie

6. Bei der blue Lagoon

 

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