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Ein Plädoyer für mehr Toleranz und Akzeptanz....

Warum alle meine Rezepte vegan sind....

Ob ich mich denn jetzt vegan ernähre wurde ich letztens gefragt. Wer mich kennt, der weiss, dass ich mich schon mehr mein halbes Leben vegetarisch ernähre. Im Alter von ungefähr 17 Jahren hatte ich dies entschieden. Damals war ich meiner Meinung nach noch ein Kind, ich wusste noch gar nichts vom Leben, was ich wollte und wer ich bin. Aber hier konnte ich mir meine Meinung bilden. Meine Seele war damals in tiefer Not, ob all dem Tierleid was mehr und mehr publik wurde. Ich habe diesen Entscheid niemals bereut. 

 

Als ich mich nun letztes Jahr auf meine Reise zu mir selbst machte und ich diesen Blog startete, wusste ich, dass ich das Kochen auch wieder aufleben lassen möchte. Beim Zubereiten der Speisen finde ich innere Ruhe und Gelassenheit und kann mich schön auf mein Innenleben einlassen. In einem Blog, in welchem es auch darum geht, sich selber näher zu kommen, die Liebe in sich zu spüren, das Herz zu fühlen, machte es für mich Sinn, dass ich meine Rezepte vegan mache. Denn ich spüre auch Liebe hin zu den Tieren. 

 

Zudem möchte ich in offen sein und bleiben in meinem Geist, in meinem Leben. Ich habe in diesem Jahr viel ungewöhnliches ausprobiert, habe Workshops besucht, habe mich geöffnet einer Wahrnehmung gegenüber, die ich mit meinen normalen Sinnen nicht erfassen kann. Ich öffne mich den verschiedenen Möglichkeiten, die uns das Leben bietet. Ich möchte auch offen sein einer veganen Ernährung gegenüber, den Menschen verstehen, der sich entscheidet, so zu leben. 

Akzeptanz und Toleranz

Was für mich aber ehrlich gesagt viel wichtiger ist, sind Themen wie Toleranz und Akzeptanz. Wie ich mich ernähre sehe ich als meine private Sache. Und genau hier fängt teilweise doch das Dilemma doch schon an. Menschen, die sich vegan ernähren und demzufolge auch ihr sonstiges Leben danach ausrichten, sehen sich allzu oft massiven Kritiken und Anfeindungen ausgesetzt. Letztens wurde in der online Ausgabe einer Zeitung berichtet, dass in der Stadt St. Gallen das 1. vegane Restaurant eröffnet. Normalerweise lese ich die Kommentare nicht mehr. Hier hat es mich interessiert, was die Menschen dazu zu sagen haben. Das Resultat war ernüchternd, um nicht zu sagen erschütternd. Meine Meinung ist, dass bei einem solchen Thema die Kommentarfunktion geschlossen bleiben sollte. Denn 95% all jener, die kommentiert haben, haben sich dahingehend geoutet, dass sie nicht bereit sind, die Lebensentwürfe von anderen Menschen zu akzeptieren und zu respektieren. Beleidigungen, Rücksichtslosigkeit, Verständnislosigkeit, sich darüber lustig machen. Die ganze Bandbreite. Jetzt mal ehrlich: Was spricht denn dagegen, dass in St. Gallen das Angebot durch ein veganes Restaurant erweitert wird? Ist irgend jemand gezwungen, dort hin zu gehen? Ist irgend jemand gezwungen, sich vegan zu ernähren? Ist irgendjemand gezwungen, eine vegane Lebensweise zu wählen? Wohl kaum! 

Als ich meiner Kollegin zum Geburtstag einen veganen Kuchen brachte, meinte eine andere Besucherin: Jetzt wirst Du aber nicht auch noch Veganerin? Ja, und wenn es so wäre? Wäre das dann nicht meine Sache? Und würde es jemandem weh tun? Wäre das so schlimm?

Ich würde behaupten, dass sich ein Mensch, der vegan lebt, sich mehr Gedanken macht und einen längeren Prozess durchmacht, als Menschen, die Fleisch essen. Die allermeisten von uns lernen in der Herkunftsfamilie, dass wir Fleisch essen. Die Entscheidung, vegan zu leben, braucht also ein Umdenken, eine innere Entscheidung und passiert wohl nicht von einem Moment auf den anderen. Womöglich ist es sehr langer Prozess. Menschen, die Fleisch essen, essen Fleisch, weil sie es schon immer gemacht haben. 

Ich bin der Meinung, dass es sich nicht lohnt, die Lebensweise eines anderen Menschen zu hinterfragen oder dahingehend negative Kritik zu äussern. Ich denke und hoffe, dass jeder Mensch in irgend einer Weise auf dem Weg ist und sich Gedanken macht. Ich möchte in meiner positiven Kraft bleiben und vor allem bei mir bleiben. Ich würde behaupten, dass es auch sehr anstrengend sein kann, wenn man alles ins negative ziehen muss. Wäre unser Zusammenleben nicht viel angenehmer und harmonischer, wenn die Akzeptanz den anderen gegenüber da ist?

...das gilt übrigens hüben wie drüben...

Übrigens.... ich möchte natürlich die andere Seite nicht auslassen! Ich weiss, dass auch Veganer sehr penetrant sein können. Würde ich genau so wenig unterstützen! Das allerwichtigste ist für mich, dass die Menschen sich bewusst sind, was sie machen. So finde ich das Fleisch essen in Ordnung, wenn es aus gerechter Produktion stammt. Wenn bei der Tierhaltung und auch beim Töten dem Tier die absolute Würde zugeteilt wird. Poulet aus Brasilien? Muss nicht sein. Eier aus Massenhaltung? Für mich nicht vertretbar. Hummer lebendig in den Kochtopf werfen? Ohne Kommentar. (Diese Tötungsart ohne Betäubung wurde in der Schweiz verboten). Am Ende des Tages soll man mit sich im Reinen sein. Nicht nur den Tieren gegenüber, auch den Mitmenschen und vor allem sich selbst gegenüber. 

Gerne empfehle ich Euch dieses Buch. 

Vegan aus aller Welt - Das Villa Vegana Kochbuch. 

Da haben sich zwei Weltenbummler die Mühe gemacht, viele Rezepte aus aller Welt umzuschreiben, damit sie vegan gekocht werden können. 

Sehr empfehlenswert!

 

 


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