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Die Momente-Sammlerin - oder die Frage, ob Besitz glücklich macht?

Kennst Du das Gefühl, an einem Ort zu sein und schlichtweg von der Schönheit dieses Ortes überwältigt zu sein? Kennst Du das Gefühl, wenn Du Dich fragst, ob all dies möglich sein kann? Woher dieser unglaubliche Ort kommt? Wie er entstanden ist? 

Es ist kein Geheimnis, dass ich sehr gerne in den Bergen bin. In den Horizont zu schauen, die Unendlichkeit zu spüren, eins zu werden, macht mich sehr zufrieden und glücklich. 

Ich habe mich letztens gefragt, ob diese Glücksmomente mit neuen Sachen oder Dingen, die ich erwerbe, zu vergleichen sind? Oder ob sie gar aufzuwiegen sind, ich meine, ob sie den gleichen Stellenwert besitzen wie Momente in der Natur, in der Kraft, Momente im Hier und Jetzt? Ich finde dies immer noch ein sehr zwiespältiges Thema, hier in unserer Kultur, in diesem Mitteleuropa, in der Schweiz, wo ich lebe. Hier, wo Sachen und Dinge einen dermassen hohen Stellenwert haben, wo jeder ein Auto besitzt, ein Handy, einen riesigen Flachbildschirm, eine schicke Wohnung usw. usw.. Hier, wo sich Menschen daran messen, was sie haben, und nicht daran, wer sie sind. 

Natürlich, auch ich besitze diese Dinge, auch ich habe ein iPhone, einen Fernseher, ein Auto und eine Wohnung. Und alles andere, was man vermeintlich braucht. Ich frage mich je länger je mehr, ob denn damit auch mal genug ist? Ich meine, ob ich wirklich neue Schuhe brauche, ob der Nachbar nicht das schönere Auto hat als ich und ob ich wirklich jedes neue iPhone auch haben muss. Ich wage mal zu behaupten, dass ich einen inneren Frieden gefunden habe, der es mir erlaubt, auch mal zurück zu lehnen - und zufrieden zu sein, mit dem was ich habe. 

Was hat Besitz mit glücklich sein zu tun?

Ein neu erworbenes Paar Schuhe und die schicke Jacke kann einen Menschen durchaus glücklich machen. Doch was folgt? Wie lange hält das Glück an? Ist man alsbald zufrieden, oder sollte es immer weiter gehen? Die Gesellschaft macht es einem diesbezüglich nicht immer leicht, wie ich finde. Der Konsum wird immer grösser, die Schaufenster einladender, immer mehr und mehr. Wenn ich hier weiter überlege, kommen mir Gedanken in den Kopf wie 'Vergleich'. Vergleichen wir nicht allzu oft mit unseren Nachbarn, mit schönen, schicken Frauen, die scheinbar leichtfüssig auf ihren Schuhen durch die Stadt laufen? Der Vergleich ruft den Neid auf den Plan. Ihre Jacke ist schöner als meine. Mein Auto ist älter und hat weniger PS als das meines Nachbarns. Auf den Neid folgt allzu oft die Missgunst (als Missgunst bezeichnet das Verübeln der Stellung Anderer, sei es in materieller oder in sonstiger Sicht / Wikipedia). Alles Attribute im System und im Denken eines Menschen, die uns klein werden lassen können, die uns vergiften können, die ein Mangeldenken erzeugen.

Hat Besitz auch den Makel des Unendlichen? Ich meine, unendlich viel wollen? Bereits nach dem nächsten Ausschau zu halten, kaum ist das jetzige in Deinem Besitz? Bedeutet Besitz auch, irgendwo im Nirgendwo zu leben, anstatt im Hier und Jetzt? Bereits an etwas Neues zu denken, anstatt dem Moment zu geniessen? Die Gedanken schweifen zu lassen in die Zukunft, an das neue 'Ding', dass man kaufen wird, anstatt den Moment einzuatmen?

Vielleicht denkst Du jetzt, das ist alles recht weit hergeholt. Mag sein. Für mich sind es durchaus relevante Überlegungen, die mich zur Ursprünglichkeit meiner Person weiter vorstossen lassen. Dies ist immer noch eines meiner 'Hauptziele' dieses Blogs, dieser Gedanken und Überlegungen. 

Sammle Momente, nicht Dinge!

Und so bin ich im Moment die 'Momente-Sammlerin', wie ich es gerne selbst bezeichne. Tauche ein, in diese speziellen Augenblicke wie auf dem Titel-Bild dieses Artikels auf dem Jakobshorn in Davos. Solche Momente trage ich im Herzen und halte sie derzeit allzuoft mit meiner Kamera (iPhone und Canon Powershot) fest. Ja genau, auch wieder so eine Sache, wieder Dinge. Vermeintliche Luxus-Artikel. Und so komme ich zum Unterschied, von dem was ich wirklich brauche und was ich allenfalls nur brauche, um mein Ego zu befriedigen. Ich habe entschieden, dass ich Fotos machen möchte, von den Orten, die mir speziell etwas bedeuten. Ich teile sie gerne mit Dir, mit meinen Freunden, auch auf Instagram oder Facebook. Denn ich habe Freude daran, ich ich freue mich speziell auch, wenn ich anderen eine Freude machen kann. Das macht mich glücklich. So kann ich meinen Weg auch bildlich festhalten und ihn auch teilen. 

Nichts desto Trotz: DER MOMENT BLEIBT! DER MOMENT IST DURCH NICHTS AUFZUWIEGEN!

DER MOMENT IST EINZIGARTIG! UND IST AUCH NICHT KÄUFLICH!

Das Fazit dieses Artikels? Eine latente  Ambivalenz beim Thema Besitz bleibt. Auf gewisse Sachen möchte auch ich nicht verzichten. Ich werde es so lösen: Mit erhöhter Wachsamkeit werde ich mein Konsum-Verhalten kontrollieren und reflektieren. Momente-Sammlerin werde ich bleiben, denn Momente machen mich glücklich und geben mir inneren Frieden! Momente im Hier und Jetzt, Momente, ich mein Herz erfreuen, und die mich weiter wachsen lassen werden. 

Dieses Foto möchte ich gerne zum Abschluss mit Dir teilen. Ist es nicht zauberhaft?

 

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