· 

Slow Down - und zelebriere die Langsamkeit

Letztens ist mir folgendes aufgefallen: Wie oft wir im Alltag das Wort 'schnell' benutzen. Ich gebe es zu, ich bin selber erschrocken. 

Es fängt schon am Morgen an: Vor dem Duschen gebe ich meinen Katzen noch schnell das Futter, dann sind sie glücklich. Dann richte ich schnell mein Müsli, damit ich nachher genug Zeit habe, dieses zu essen. Schnell, schnell, schnell - gehe ich dann zum Auto, damit ich meine Kollegin abholen kann. 

Während der Arbeit sage ich öfters: Ich bin noch schnell auf dem Klo, oder ich sause schnell zu meinem Chef, weil ich ihn etwas fragen muss. Oder: Wir müssen noch schnell warten, bis wir genaue Anweisungen zum Auftrag bekommen. Dann sause ich schnell in den Speisesaal, damit ich dort meinen Dienst machen kann. Endlich Mittagspause. Schnell esse ich mein Mittagessen, damit ich nachher noch genügend Zeit habe, die Zeitung zu lesen. Der Nachmittag gestaltet sich identisch, der Dienstag gleich wie der Montag und von den restlichen Tagen ganz zu schweigen. 

Am Abend gehe ich dann schnell und sofort ins Yoga, damit ich dann den Abend ausklingen lassen kann. Oder ich gehe noch schnell spazieren, damit ich den Kopf ausgelüftet habe. Schnell kontrolliere ich noch meine emails und drucke schnell Rechnungen aus, damit ich es nicht vergesse. Tagein Tagaus - das gleiche. Ich bin wirklich erschrocken über meine Erkenntnisse. 

Jetzt endlich Wochenende - relaxen, nichts tun. Am Freitag Abend überlege ich dann, was ich machen soll. Und dann gehts weiter: Am Samstag morgen schnell ins Yoga, dann durch den Laden sausen und mir die Laune ob der vielen Leute nicht verderben lassen. Nach Hause - schnell kochen - ins Auto - schnell zur Kollegin fahren. Trinken wir noch schnell einen Kaffee? Und so weiter, und so weiter!

Slow down - und schaue mal, wie es sich anfühlt, wenn Du 'langsam' unterwegs bist...

Mit 'langsam' meine ich nicht im Schneckentempo. Mit 'langsam' meine ich 'bewusst'. Achte auf Deine Bewegungen, wenn Du sie bewusst ausführst. Werden sie nicht automatisch runder und ausgeglichener? Achte auf Deinen Atem, wenn Du 'bewusst' atmest - weil Du Zeit zum atmen hast. Der Atem wird ganz regelmässig und tief, Dein ganzes Gemüt wird regelmässiger und ausgeglichener. 

Achte auf Deine Zeiteinteilung. Was schaffst Du, wenn Du alles 'schnell' machst? Schaffen wir nicht mehr, wenn wir bewusst an unseren Aufgaben dran sind. Schneller zu sein, bedeutet nicht automatisch effizienter zu sein. Schnell zu sein heisst für mich vielfach zerstreut und zerfahren zu sein. Den Überblick verlieren, vielleicht sogar ins Chaos abzudriften. 

Ja ich weiss... Vielleicht denkst Du jetzt: Wir haben aber doch unsere Verpflichtungen, die wir erfüllen müssen. Es wird von uns verlangt, wir müssen parat sein und abliefern. Wir können nicht einfach den Schlendrian raushängen lassen. Ich glaube, es geht darum, bewusst zu werden, was wir wirklich müssen und was wir glauben zu müssen. Vielleicht können wir nach eingehender Überprüfung das eine oder andere fallen lassen. Was machen wir, weil wir es schon immer gemacht haben? Passt es noch in die heutige Zeit, zu unserem Leben? Ich glaube, wenn wir uns bewusst diese Fragen stellen, können wir auch bewusster mit den Aufgaben umgehen. Und am Schluss des Tages hat man vielleicht sogar mehr Zeit, für die schönen Dinge des Lebens, wenn man nicht mehr gehetzt und gestresst durch den Tag rennt. Und genau darum geht es ja... zu geniessen und nicht sich stressen zu lassen. 

Was können wir tun, um die Langsamkeit in unser Leben zu integrieren?

Und so komme ich nun zu den Lösungen - meinen Lösungen. Und ich bin gespannt auf Deine! Für mich das wichtigste: Die Natur! Ich finde, es gibt nichts was mehr entschleunigt als eine Stunde oder ein Tag in der Natur. In den Bergen. Am See. Rausblicken, die Aussicht, die Schönheit, der Frieden, die Stille. Wenn ich über die Bergkuppe ins Unendliche sehen kann, in die Tiefe, komme ich automatisch zurück - zu mir - und werde bewusst. Wie zum Beispiel in Radons / Savognin (siehe Titelbild) - für mich eines jener Orte, die genau das darstellen. Die Ruhe, der Frieden, die Stille. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in Radons - die Zeit bleibt stehen in Radons! 

Und während ich nun hier so am schreiben bin... fühle ich... dieses Thema braucht einen eigenen Blog-Beitrag! Langsamkeit - bewusst werden - zurückschrauben - sich nicht stressen lassen... welche Möglichkeiten haben wir?

 

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Dann freue ich mich, wenn Du ihn teilst oder über ein Like!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0