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Meine Gedanken zum 1. August

Der 1. August ist der Nationalfeiertag der Schweiz, jenen Landes, indem ich geboren und aufgewachsen bin. Ein Land, welches unglaublich schöne Landschaften hat, teilweise unberührte Natur; ein Land welches ihren Bewohner/innen einen - wie ich finde - hohen Standart an Lebensqualität bietet. Ich sehe es so: Ich hatte das grosse Glück, dass ich hier geboren worden bin, dass ich hier eine Leben führen kann, in welchem ich die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung und Verwirklichung habe. Nicht alle Menschen haben diese Möglichkeiten. Bei vielen Menschen steht der pure Überlebenskampf noch vor persönlicher Entwicklung. Durch meine Geburt wurde ich Bürgerin der Schweiz - welch grosses Glück ich doch hatte. Denn... ich bin guten Mutes, dass ich Zeit meines Lebens verschont bleiben werde von Krieg, Folter und ähnlichen Grausamkeiten, was - wie ich finde - durchaus nicht selbstverständlich ist. 

Am 1. August feiert die Schweiz nun also den Nationalfeiertag - für mich seit Jahren ein speziell herausfordernder Tag - das, obwohl ich die Schweiz über alles liebe. Warum erkläre ich hier in diesem Artikel. Durchaus im Bewusstsein, dass ich mich bei meinen Mitbürger/innen nicht sehr beliebt mache. Wie immer gilt: Meine Gedanken sind meine Gedanken - und müssen nicht überein stimmen mit Deinen Gedanken. 

Mit welchem Bewusstsein wird der Nationalfeiertag begangen?

Mein 1. August sieht in der Regel so aus: Am Morgen gehe ich wandern in der Schweiz - um mich auf diesen Tag einzustimmen. Dann gehe ich nach Hause zu meinen Katzen und bleibe bei ihnen. Zwei Tage vorher fange ich an, ihnen Baldrian-Tropfen zu geben. Denn den Stress der Tiere können wir womöglich nur erahnen, die extreme Knallerei der Raketen, Weiberfürze usw. erschüttert ihr empfindliches Ohr. Abgesehen davon, dass sie wohl nicht zuordnen können, was mit Ihnen passiert an diesem Tag. Sie haben Angst. 

Feuerwerk - hier komme ich zum eigentlichen Inhalt meines Artikels. Ich weiss, dass Feuerwerk (vermeintlich) dazu gehört zum 1. August. Ich weiss, dass Kinder Freude daran haben zu 'zöseln'. Ich weiss, dass es eine 1. August-Feier so richtig aufpeppt. Die Erwachsenen werden wieder zu Kindern. Das alles weiss ich. Nur... ich frage mich ernsthaft: Geht es bei der 1. August-Feier in der Tat um die Feier, um die Würdigung des Landes, um die Dankbarkeit für dieses wundervolle Land, in welchem wir leben? Oder geht es darum, ein Feuerwerk abzulassen? Ich frage mich, wer hält ernsthaft inne, und gedenkt diesem Land, sagt Danke? Ich lasse die Fragen so stehen. Ich kann nur für mich sprechen. 

Denn eines merke ich. Ich möchte dieses - für mich - sinnlose (und teure) Raketen in die Luft schiessen nicht (mehr) mitmachen. Um meinem Land zu danken, um mein Land zu feiern lasse ich Raketen der Dankbarkeit in mir zünden. So verbinde ich mich an diesem Tag - wie an so vielen Tagen wenn ich unterwegs bin - jedoch an diesem Tag ganz besonders... mit der Heimat. 


Und so frage ich Dich und uns:

Wann bist Du das letzte Mal über eine saftige Wiese gegangen und hast gedankt, dass wir hier so eine üppige Vegetation haben, genügend sauberes Wasser und eine schöne Natur - anstatt eine Rakete in die Luft zu schiessen?

Wann hast Du das letzte Mal Geld gespendet für die Tiere im regionalen Tierheim, für die notleidende Familie von nebenan - anstatt eine Rakete in die Luft zu schiessen?

Wann hast Du das letze Mal bewusst 'Danke' gesagt für den Frieden, den wir hier haben - anstatt eine Rakete in die Luft zu schiessen?

Wann hast Du das letzte Mal 'Danke' gesagt für unser Bildungssystem, dafür, dass Du eine Ausbildung nach Deinen Wünschen machen konntest - anstatt eine Rakete in die Luft zu schiessen?


Raketen, Feuerwerk sind alles vergängliche Dinge. Ein Knall und schon ist es wieder vorbei. Ein Danke, Dankbarkeit, bewusstes Handeln und Sein in Dir und im Aussen - schwingt nach... mehr und mehr... Durch unsere innere Haltung tragen wir diese Schwingung nach draussen - für ein Miteinander hier in der Schweiz - und überall. Für eine freudvolle Zukunft. Für eine liebevolle Zukunft. Für unsere Nachkommen. Für alle. 

Das alles entspricht mir, das alles macht mich glücklicher als ein womöglich achtlos abgelassenes Feuerwerk. Jahrelang habe ich auch mitgemacht. Es war halt normal. 1. August gleich Feuerwerk. Eines weiss ich: Man muss nicht alles mitmachen, nur weil 'man' es halt macht. 

Und so wünsche ich mir eine 1. August Feier in Zukunft des geselligen Beisammenseins, des Dankeschön sagen für unsere Heimat. Ich wünsche mir, dass die Mitbürger/innen (wieder) staunend durch die wunderschöne Berge ziehen, den Frieden würdigen, das Zusammensein zelebrieren - und so unserem Heimatland womöglich näher sind als nach 10 Raketen, die sie gezündet haben. 

Happy Birthday Du wunderschöne Heimat!


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