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Raus aus der Komfortzone

denn da beginnt das Leben!

Ich hatte einen Traum... Als ich das 1. Mal nach Sharm El Sheikh geflogen bin im Juli 2013, und uns der Pilot, als wir über Kairo geflogen sind, auf die sagenhaften Pyramiden von Gizeh aufmerksam gemacht hat, von da an hatte ich den Traum, die Pyramiden einmal in meinem Leben live zu sehen. Vor den Pyramiden zu stehen, die absoluten Dimensionen wahr zu nehmen, das Leben dort einzuatmen, die Wüste zu spüren... das war mein Traum. 

Unterdessen sind ein paar Jahre vergangen. Ich war noch zwei Mal in Ägypten, gemächlich um zu baden und zu schnorcheln, die Seele baumeln zu lassen, nichts zu tun, am Abend auf einen Drink in die Stadt oder um die bunten Märkte zu besuchen. Die Pyramiden hatte ich nie vergessen. 

Die Geschichte nimmt seinen Lauf

In diesem Jahr spürte ich, dieses Jahr wollte ich meinen Traum von den Pyramiden wahr machen. Ich ging also im Februar gutgelaunt und voller Tatendrang in ein Reisebüro. Bald fanden wir die richtige Reise für mich. Ich entschied mich für eine geführte Tour in einer kleinen Gruppe von g adventures. In einer Gruppe zu reisen schien mir für Ägypten die beste Alternative zu sein. Und überhaupt... machte ich mir im Februar noch keine Gedanken, denn ich werde erst im September fliegen. 

So verging der Frühling, im Sommer machte ich Ferien in der Schweiz... immer noch war die Reise nach Ägypten in weiter Ferne. 

Doch dann, nach den Sommerferien merkte ich, dass sie Reise langsam näher rückte. Die 1. Fragen kamen langsam auf. Nicht nur bei mir, bei mir natürlich auch, sondern vor allem auch aus dem Umfeld. Ja, ist es denn nicht gefährlich? Du getraust Dich als Frau alleine nach Ägypten zu reisen? Und prompt liess ich mich anstecken von Fragen, von Sorgen und Nöten. Was ist wenn.... mir (der Gruppe) etwas passiert? Was ist.... wenn ich Durchfall bekomme? Was ist.... wenn alles schief läuft, wenn der Zug Verspätung hat, die Busse uns nicht abholen? Und so weiter.... Kopfkino ohne Ende! Die grössten Geschichten habe ich mir in meinem Kopf schon ausgedacht, ganze Stories sind dort abgegangen. Ich gebe es zu, ich wurde richtig nervös. Je näher die Reise rückte, desto schlimmer wurde es. Hatte ich irgendwann den Gedanken, das Ganze abzublasen? Ich denke schon!

Im Nachhinein ist man immer schlauer

Rückblickend auf die Reise war es mir fast ein wenig peinlich. Und vor allem... Ich hatte mir die ganze Vorfreude selbst genommen. Ich war zu fest damit beschäftigt, mir um Dinge Gedanken zu machen, die alle wunderbar geklappt hatten. 

Im Gegenteil: Es wurde zu einer meiner besten Reisen, die ich jemals gemacht hatte! Ein unglaubliches Erlebnis. Ich habe das pulsierende Leben in Kairo wahrgenommen, das Leben dort, welches sich so sehr von unserem beschaulichen Alltag hier unterscheidet. Häuserschluchten, einen Verkehr, der für mich nicht erfassbar war, Menschen überall, emsiges Treiben, Geschäfte... Dort, ausserhalb meiner Komfortzone von dem Leben, das ich hier führe, spürte ich es... das Leben, die Lebendigkeit. Erst, wenn Du Dich einlässt auf das, was Dich dort erwartet und die Augen nicht schliesst, spürst Du, dass da noch mehr ist, als das was Du kennst. Reisen sind eine tolle Gelegenheit, Dir selber näher zu kommen. Zu spüren, wie Du in Situationen reagierst und mit unbekannten Begebenheiten umgehst. Erst dann, wenn Du Dich einlässt auf das was ist, erweiterst Du Deinen Horizont. Dein Bewusstsein im Fühlen, im Denken, im Handeln wird erst auf die Probe gestellt und dann - wenn Du bereit bist - wird sich Dein Denken, den Fühlen und dein Handeln wandeln und ausdehnen. Ein weiterer Wachstum in Deiner Persönlichkeit. Es ist so wertvoll. 

So wurde die Reise zu meinem ganz persönlichen Highlight. Wir standen vor den gewaltigen Pyramiden. Wir reisten in der Nacht mit dem Zug von Kairo nach Assuan. In Assuan schauten wir über den wunderschönen Nil mit den fruchtbaren Bewässerungsland und der Wüste dahinter. Wir besuchten ein Nubian Dorf mit uralten Traditionen. Wir standen um 3 Uhr morgens auf um den unglaublichen Tempel von Abu Simbel zu besichtigen. Wir segelten auf einer Feluke auf dem Nil und schliefen unter den Sternen. Wir besuchten die Tempel von Kom Ombo und Karnak. Bevor wir zurück flogen nach Kairo, blieben wir 2 Tage in Luxor, und flogen mit dem Heissluftballon,  besichtigen das Tal der Könige und den Hatshepsut Tempel. 

All das hätte ich nicht gesehen, nicht erlebt, nicht gefühlt, nicht geliebt, nicht mitgenommen, nicht gelacht... wenn ich mich nicht aus meiner beschaulichen Komfortzone heraus gewagt hätte. 


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