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Ab wann gehört unsere Zeit uns?

Kürzlich hatte ich mit einer lieben Freundin folgende Diskussion: Wir waren auf einen Workshop eingeladen, bei welchem empfohlen wurde, das Gelernte während den kommenden 40 Tagen weiterhin anzuwenden und zu üben, damit sich dieses immer mehr und immer mehr manifestieren kann. Sie meinte dann, dass dies für sie eher schwierig wird, da sie sowieso fast keine Zeit für sich selber hat. 

Nun ja... Ich glaube, das kennen wir alle. Das Gefühl, keine Zeit für UNS zu haben. Keine Zeit, für das, was wir gerne machen. Keine Zeit für das, was uns nährt und erfreut. Keine Zeit für die Natur, für die Muse, für das Nichts-tun. Keine Zeit, ein Buch zu lesen, Sport zu machen, zu singen und zu tanzen. Keine Zeit für gar nichts. 

Wo geht dann aber unsere Zeit hin? Jeder und jede von uns hat 24 Stunden am Tag über die er und sie frei verfügen kann. Wo geht unsere Zeit hin? Gibt es etwa Zeit-Diebe? Menschen, die uns unsere Zeit stehlen? Dürfen andere Menschen das überhaupt? 

Das grosse Thema für viele Menschen, die sich der Zeit beraubt fühlen, ist das Thema Arbeit. Ihr Job. Aber auch der Alltag. Der durchaus stressig sein kann. Denn wir müssen alles. Wir müssen funktionieren. Und alles schaffen. Und am Ende des Tages fühlen wir uns unserer Zeit beraubt. 

Holen wir uns unsere Zeit zurück!

Es machte mich stutzig! Wie geht es mir mit dem Thema Zeit? Habe ich auch manchmal das Gefühl, ich hätte keine Zeit für mich? Ja durchaus. Viele Jahre kam ich nach der Arbeit nach Hause und fragte mich: Wo ist jetzt mein Tag hin? Wo sind alle meine Gedanken, meine Gefühle hin? Was habe ich den ganzen Tag gemacht? Viele Jahre lebte ich in dieser Glocke, in einem regelrechten Vakuum. Ich meinte, es sei so. Darüber habe ich in meinem 1. Blog-Beitrag noch mehr geschrieben. 

Natürlich erleichtert es das Ganze ungemein, wenn man einen Job hat, den man gerne macht. Eine Arbeit, die man liebt. Es sagt sich so leicht, dass man überall glücklich sein kann mit der richtigen inneren Einstellung und wenn man zufrieden mit und in sich selbst ist. Schön, wenn man das kann. Die Realität eines ungeliebten Jobs und eines aufreibenden Alltags holt uns (leider) immer wieder ein. Wir verlieren die Verbindung, verlieren uns in Verstrickungen und unerhörten Situationen. Wir zermürben und sehen dies als unsere Realität an. 

Zu der Zeit, in der ich angefangen habe, diesen Blog zu schreiben, habe ich auch angefangen, den Alltag wieder bewusster wahrzunehmen. Bewusster wahrzunehmen, wie meine Stimmungen sind, wie ich reagiere in welchen Situationen. Ich habe begonnen, bewusst zu atmen und meinen Atem zu beobachten. Ich habe auch begonnen, mich in den Pausen bewusst zurückzuziehen oder mich an den Gesprächen zu beteiligen. Je nachdem, wonach mir gerade war. Ich erlaube mir auch immer mehr, mich zurückzuziehen in mein Innenleben während der Arbeit. Dies bedeutet nicht, dass ich meine Arbeit nicht mache. Im Gegenteil: Es bedeutet, dass ich ausgeglichener wurde und auch gelassener. Schlussendlich bedeutet es, dass ich meinen Alltag besser, einfacher und leichter bewältigen kann. 

Es war mir zu Anfang nicht klar, dass dies der (mein) Schlüssel dazu war, bei mir zu bleiben. Instinktiv habe ich wohl das richtige gemacht. Diese Weisheit hatte ich in mir


Und so habe ich am Ende des Tages nicht das Gefühl, dass mir jemand meine Zeit geklaut hat. So gehört meine Zeit immer noch mir. Schlussendlich habe ich so auch am Abend noch genüg Energie um das zu machen, was ich 'vordergründlich' als Zeit für mich ist deklariere. 


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So spürte ich... das alte Thema ist wieder da! Mit voller Wucht! Das was ich nicht mehr wollte, nämlich mich einsam und verlassen zu fühlen ist wieder da. Trotz meiner täglichen Arbeit an mir selber, trotz meines positiven Gedankentrainings jeden Tag.


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