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Tu Gutes und sprich darüber

Manchmal, da braucht das Leben eine neue Ausrichtung, einen neuen Impuls, eine neue Idee. Manchmal ist diese neue Ausrichtung aber einfach nur ein Zurückkehren zu dem, was wir sind. Und zu dem, wer wir sind. Die Weihnachtszeit war für mich wahrlich eine beREICHernde Zeit. Sehr viel Zeit hatte ich für mich. Die Rauhnächte standen an. Es wurde daraus ein tiefes Eintauchen in meine Seele. Einige (wichtige) Themen konnte ich abschliessen und im alten Jahr lassen. Doch es zeigte sich... nein es öffnete sich immer mehr der Gedanke: Wohin geht es? Was ist meine Bestimmung? Wofür bin ich hier? Alles muss ich wohl noch nicht wissen, denn es ist eine stete Weiterentwicklung, ein ewiger Fluss. Auch dies bemerkte ich: Ich kann mich zurücklehnen. Es wird sich mir schon zeigen - zur richtigen Zeit. 

Viel Zeit verbrachte ich auch in der Natur. Einmal hoch über dem Nebel. Wie stimmig dieses Bild doch war. Durch den Nebel hindurch und Meter für Meter lichtete sich der Schleier. 

Und einmal in den Bergen am Laufen. Von Flims (Schweiz) zum Caumasee und dann zum Aussichtspunkt Conn-Bächli. Tief durch die frischverschneiten Wälder. Man sagt ja: In der Stille sind wir der Seele besonders nah. Denn da hören wir uns am Besten. Deswegen: geh mal raus aus dem Lärm der heutigen Zeit und geh in die Stille. Wenn es ruhig ist, hören wir am besten. Eine Wanderung durch tiefverschneite Wälder eignet sich ganz besonders dazu. 

So wurde mir langsam klar(er). Ich möchte wieder mehr GUTES tun. Wieder mehr die liebevolle Person sein. Wieder mehr mein Herz spüren. Erinnerungen kamen hoch. An meine Zeit als Kind und Teenager. Schon früh wurde ich zur Vegetarierin. Damals, als ich noch keine Ahnung hatte von mir, von der Person, die ich war oder bin. Damals, als vieles noch wie ein Schleier um mich gelegen ist. Ich wusste nicht viel, aber dies wusste ich: Ich werde in meinen Leben kein Tier mehr essen. Zu jener Zeit war eine solche Entscheidung nicht von allen einfach zu verstehen. Heute sieht dies natürlich anders aus. Ich blieb dabei. Auch heute noch. Es war nicht eine Entscheidung aus einer Laune heraus. Es war ich. ICH bin Vegetarierin. 

Schon früh wollte ich meinen ursprünglichen Beruf (kaufmännische Angestellte) wechseln - in einen helfenden, begleitenden Beruf. So wurde ich zur Sozialpädagogin und arbeite (auch heute noch) in einem Heim für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Natürlich hat sich hier die Idee der Betreuung gewandelt. Heute sind wir eher Begleiter und Begleiterinnen, denn Betreuer/innen. Empowerment wird gross geschrieben. So schliesst sich auch der Kreis hin zu mir - zu dem Weg, den ich gehe. Der Weg, der zu mir selber führt. 

Meine Sehnsucht nach einer besseren Welt

Nicht immer einfach war meine Sehnsucht nach einer besseren Welt. Allzu oft wurde ich als Träumerin und als Gutmensch abgestempelt. Ich, die immer das Gute im Menschen sieht, die (immer noch) daran glaubt, dass diese Welt in eine bessere Welt verwandelt werden kann. Vieles habe ich gesehen, dass mich sprachlos hinterliess. So viele Menschen, die absolut von dem Weg abgekommen sind, wofür sie (eigentlich) auf dieser Welt wären. So viele Menschen, die die Verbindung verloren haben. Soviel Krieg, Verfolgung, Macht und Elend. 

Aber bringt es denn etwas, wenn wir sagen, dass es sowieso nichts bringt? Bringt uns ein solches Denken denn weiter? Was, wenn immer mehr Menschen ihr Licht wieder anzünden? Im Kleinen anfangen? Jeder von uns in unserer eigenen Welt, in unseren Möglichkeiten. Was, wenn wir wieder mehr Liebe verbreiten, anstatt Hoffnungslosigkeit? Natürlich, wenn wir nichts machen, dann passiert auch nichts. Ganz einfach ist diese Gleichung. 

Ich merkte: für mich stimmt das nicht. Ich kann nicht die Welt retten, aber in meiner kleinen Welt kann ich anfangen. Da und dort ein liebes Wort, eine Umarmung mehr. Da ein Geschenk an jemanden, der es vielleicht nicht erwartet. Da etwas spenden, von dem was wir (sowieso) zu viel haben. Es braucht nicht viel. Aber wenn alle mitmachen, erreichen wir mehr als wir erahnen. 

Ich weiss nicht, wohin mich dieser Gedanke führt. Ich muss es auch (noch) gar nicht wissen. Auf jeden Fall habe ich angefangen in den Weihnachtsferien. Ich habe den fleissigen Arbeitern der Abfall-Abfuhr einen Dankes-Brief und ein bisschen Schokolade dagelassen. Dafür, dass sie jede Woche und bei jedem Wetter meinen (unseren) Abfall mitnehmen. 

Es hat mir Freude bereitet, das zu tun. Und ich hoffe, die Männer freuten sich auch. 


Das alles schreibe ich nicht, um zu zeigen, was für eine ach so tolle Person ich bin. Nein, ich möchte damit motivieren und zum Denken anregen. Denn wie gesagt, wenn wir nichts machen, dann verändern wir auch nichts. 


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Photo by rawpixel.com on Unsplash

Infos zu den Rauhnächten und wie ich sie gemacht habe, findest Du hier bei Daniela Hutter.


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