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Die Sache mit dem Lebensplan

Ewig suchend, nie findend... so kam ich mir lange Zeit vor, als ich mich auf den Weg machte, mich selber näher kennenzulernen. Ich fragte mich: Weshalb bin ich hier auf diese Erde gekommen? Wozu bin ich hier? Müsste da nicht noch mehr sein? Mehr an Erleben, mehr an Gefühl, mehr an Liebe? War mein Seelenplan schon erfüllt? War es das? Habe ich nach meiner Berufung gelebt? 

Heute weiss ich: Wir dürfen uns zurücklehnen! Es kommt alles gut - oder besser gesagt - es ist alles gut, solange wir die oberste und wichtigste 'Regel' beachten. Diese Regel lautet für mich: ist mein Herz froh und frei bei dem, was ich mache? Banal gesagt: Geht es mir gut oder ist da irgendwo ein Unbehagen?

Was heisst denn überhaupt Lebensweg?

Oder Seelenplan? Oder Herzensweg? Wenn Menschen diesen Begriff hören, denken sie vor allem an ihren Beruf. An das, was sie (beruflich) gelernt haben. Ja natürlich, der Beruf ist ein wichtiger Faktor auf unserem Weg durch dieses Leben. Doch ich sage - nicht nur der Beruf ist wichtig. Auch das, was wir denken - oder besser gesagt... wie wir denken. Ist unser Denken verwirrend oder vergiftet oder dauernd negativ? Wie füllen wir unsere Freizeit aus? Bei welchen Aktivitäten fühlen wir uns wohl und mit unserem Herzen verbunden? Wie sehen wir andere Menschen? Begegnen wir ihnen mit Neid und Missgunst? ...usw...

Ich möchte hier eine kleine Episode aus meinem Leben erzählen. Damals, als ich ca. 15 Jahre alt war, wusste ich noch nicht, dass ich intuitiv nach meinem Seelenplan gehandelt hatte. Ich habe als Teenager meinen Beruf so gewählt, wie es damals (und wohl auch noch heute) viele entscheiden - nämlich einen soliden Beruf ohne Schnickschnack. Ich wurde kaufmännische Angestellte, arbeitete also im Büro. Nach der Lehrzeit ging ich noch längere Zeit auf Reisen, und kehrte dann zu meinem Büro-Alltag zurück. Schnell fühlte ich mich leer und ohne Lebendigkeit. Mein Herz war nicht dabei. Ich wusste, ich muss etwas ändern - und ich erhielt die Information, dass in einem Nachbarort eine neue Institution für Menschen mit einer Behinderung eröffnet wurde. Ich habe mich beworben und durfte alsbald als Praktikantin anfangen. Die Arbeit mit den Menschen, das lebendige Leben, dort wo das Leben stattfindet - diese Arbeit sagte mir mehr zu wie mein Büro-Alltag. So blieb es bis heute. Je nach meinem eigenen Entwicklungsschritten durfte ich dann neue Aufgaben übernehmen. So bin ich heute Gruppenleiterin in einer geschützten Werkstatt und darf zudem noch Lernende zu ihrem Diplom als Arbeitsagogen begleiten. 

Dies ist mein jetziger (beruflicher) Stand. Und ich weiss, ich darf mich zurücklehnen. Ich muss nicht mehr verzweifelt suchen nach meiner Bestimmung. Menschen, Situationen, Begebenheiten führen mich immer wieder in neue Entwicklungsschritte, aus denen ich lernen und wachsen darf. Und so sehe ich meine jetzigen Seelenaufgaben wie folgt:

  • mein Denken beobachten und 'aufräumen'. Ich habe immer noch sehr viele negative Gedanken im Kopf. Wie sagt mein Yoga-Lehrer immer wieder: Wer den Geist kontrolliert, der kontrolliert sein Leben.
  • in der Natur sein. Ich war immer schon gerne in der Natur, doch hatte ich leider die Verbindung verloren. Ich sei zu müde - redete ich mir erfolgreich ein. Hinter dieser 'Ausrede' steckte aber mehr - ich wollte als Single-Person nicht alleine raus gehen, ich wollte dies mit einem Partner tun. 
  • Vermittler zwischen den Kulturen sein. Ok, dies natürlich nur ein ganz klein wenig, nur in meiner eigenen kleinen Welt. Aber genau hier fängt es an: Jeder von uns kann Vermittler sein! Was meine ich mit Kulturen? Ich liebe Ägypten, und ich bemerke soviel Unbehagen hier in unserer westlichen Welt diesen Ländern gegenüber. Viele habe noch keinen Schritt in die arabische Welt getan, wissen aber haargenau wie die Menschen dort ticken. Und so schrieb ich in einer meinem letzten Facebook-Eintrag: ...beim reisen merkst Du... dass wir so unterschiedlich gar nicht sind!
  • Mein Leben ohne Kinder so gestalten, dass ich voller Liebe auf mein Leben blicken kann und nicht voller Neid denjenigen gegenüber, welche Kinder haben. Und - Kinder lieben und sehen (hier meine ich sehen und nicht anschauen) - und von ihnen lernen. 
  • Gelassenheit in mein Leben bringen. Mich nicht über Angelegenheiten aufzuregen, die mich nicht betreffen. Ruhig und zentriert bleiben.
  • Meine Seele immer wieder um Rat fragen - dies erreiche ich, in dem ich auf mein Herz höre, genau fühle, wie es mir geht. Fragen, was die nächsten Schritte sein könnten. 
  • Und: zwei Katzen ein zu Hause bieten! :-)

Und so schaue ich ruhig und gelassen dem entgegen, was mir das Leben zeigen möchte. Ich weiss, ich kann vertrauen. Ich weiss, ich kann loslassen. Alles kommt zum richtigen Zeitpunkt zu mir. 


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