· 

warum ich trotz allem gerne in Kirchen bin

Kloster Einsiedeln

Ich war mir nicht sicher, wie ich diesen Artikel benennen soll. Vielleicht kann ich es am besten so beschreiben: Wider Erwarten halte ich mich gerne in Kirchen auf. Obwohl ich aus der Kirche ausgetreten bin, bin ich gerne in Kirchen. Wieso, darüber schreibe ich in diesem Artikel, der zugleich der 2. Teil meines 1. Artikels darstellen soll. 

Ich bin gerne in Kirchen, wenn diese leer sind. Wenn die Menschen dorthin gehen, um zur Ruhe zu kommen oder in die Stille zu gehen. Wenn die Menschen ihr Leben und sich selber anschauen und reflektieren unabhängig davon, was bei einer Predigt gesagt wird. Wenn jeder für sich ist. Ich war in Istanbul, und auch dort ging ich in Moscheen zu den Besuchszeiten. Es macht für mich keinen Unterschied. 

Warum die Religionen Trennung verursachen anstatt Einheit

Trennung in innern

Ich werde versuchen zu beschreiben weshalb ich mich fremd fühlte in der Religion, in der katholischen Kirche - ich werde wohl mit diesem Artikel leicht überfordert sein, denn es geht um sehr viel mehr, als wir erahnen und uns vorstellen können. 

Ich habe einmal im Migros-Magazin einen Artikel gelesen und bei einem Satz bin ich hängen geblieben:

Man sollte nach drei Regeln prüfen, was einem begegnet: Ist das, was gesagt wird, für den gesunden Menschenverstand nachvollziehbar? Ist es erleb- und umsetzbar? Berührt es einen mit Zuversicht? Wenn man dreimal Ja sagen kann, dann ist es auch wahr. (Jana Haas)

Die Religion Christentum - insbesondere die katholische Kirche, erlässt Regeln und Vorschriften, welche ich mit meinem Verständnis darüber, wonach ich suche, nicht (mehr) vereinbaren konnte. Wir Menschen sind auf dieser Erde, um unsere vielfältigen und vielschichtigen Erfahrungen zu machen. Wir leben im besten Fall nach unserem Lebensaufgaben und sind Teil eines grossen Ganzen. Jeder und jede von uns ist wichtig. Über all dem steht das wichtigste: Wir sollten in uns die Einheit, die Liebe und den Frieden finden. Wie aber sollen wir Einheit finden, wenn uns vorgeschlagen wird, dass z.B. geschiedene Personen weniger wert sind und nicht mehr zur Gemeinschaft gehören? Oder homosexuelle Menschen? Ich dachte immer, oberstes Gebot einer jeder Religion ist die Liebe unter und zwischen den Menschen. Nun ja, die katholische Kirche versuchte, mir etwas anderes zu lehren. Finden wir denn Einheit und Liebe in uns, wenn wir homosexuelle Menschen als anders oder minderwertig anschauen? Ich nicht!

Wir sollten versuchen, unsere abgetrennten Seelenanteile, all das was uns eigentlich ausmachen würde, wieder zu integrieren. Wir sollten versuchen, aufzuspüren, wer wir wirklich sind - und mutig anschauen, wo es bei uns noch harzt. Um so einem inneren Frieden näher zu kommen. Dieser innere Frieden, das was wir dann in die Welt bringen können ist soviel mehr wert als Regeln und Massstäbe einer Religion, die vor allem darauf beruht, uns ein schlechtes Gewissen zu machen. 

Ich weiss, viele werden jetzt denken, dass wir ja nicht so handeln oder so denken müssen. Klar! Wir haben das Glück, dass wir in einem Land leben, in der die Religion das Zusammenleben unter den Menschen nicht bestimmen darf. Pro forma in der katholischen Kirche zu bleiben, war für mich aber keine Option. 

Trennung im aussen

So wie die Religionen eine Trennung in den Menschen selber verursachen, diese geschieht im Innern des Menschen, verursachen die Religionen - und dies viel offensichtlicher - eine Trennung im Aussen. Unter den Menschen. Krieg und Hass, Abspaltung um Trennung, Macht und Habgier. All das haben die Religionen im Laufe der Jahrtausende, der Jahrhunderte, gestern, heute und morgen immer wieder geschafft. Das Absurde ist ja: Wir reden alle vom Gleichen! Davon bin ich überzeugt! Wenn wir über Gott reden, meinen alle Menschen das Gleiche. Kein Gott ist grösser oder besser oder anders als der andere. Unterschiedlich sind nur die Geschichten dahinter, oder wie eine Religion entstanden ist. Sich deswegen zu bekriegen ist absolut absurd und wohl auch nicht gewollt, von dem was wir Gott nennen. Mit wachsendem Unmut wird 'Er' dem zuschauen, was wir Menschen daraus machen. Aber ich glaube, die Menschen müssen selbst aufwachen!

Und so finde ich kein abschliessendes Endes meines Artikels. Zu vielschichtig ist dieses Thema. Zuviel steckt dahinter, was ich selber nicht erfassen kann. 

Mir bleibt nur zu sagen: Jeder Mensch soll seine Wahrheit finden, jeder Mensch soll danach handeln, was sein Herz ihm sagt. Wir haben unseren freien Willen bekommen, unser Geist strebt danach, frei zu sein. Und wenn Dein Herz und Dein Verstand Dir sagt, dass Du aus der Kirche austreten sollst - dann mach es! Es ist richtig!


Hat Dir dieser Artikel gefallen, dann freue ich mich über ein Like, oder wenn Du ihn teilst:


Titelbild: Das Titelbild ist von mir und zeigt das Kloster Einsiedeln in der Schweiz. 


Dieser Artikel könnte Dir auch gefallen:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0