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sind Singles benachteiligt - was mir in den Ferien passierte

Wer mich kennt, der weiss es: Ich bin schon lange Single. Mein Leben habe ich mir so eingerichtet, dass ich Zeiten für mich habe, die mir sehr wichtig sind, ohne dass ich Eigenbrötlerisch unterwegs wäre. Und ich aber genauso gerne in Gesellschaft bin. Ich habe mir ein Leben erschaffen, in dem ich mich selber kennenlerne, in dem ich immer mehr merke, wer ich wirklich bin - und dies gelingt mir (auch oder vor allem) auf Reisen und auf Ausflügen. Ich werde häufig gefragt, ob mir das alleine reisen nichts ausmacht. Zum Beispiel dass ich alleine in ein Restaurant gehe. Die simple Antwort lautet: Nein, es macht mir nichts aus. Im Gegenteil: Ich geniesse diese Zeit für mich. Ich werde auch häufig gefragt, weshalb ich denn keinen Partner habe. Die simple Antwort auf diese Frage lautet: Ich weiss es nicht. Bis auf diese Erkenntnis: Ich muss(te) wohl zuerst mein Herz heilen. Ich musste erkennen, dass die Erfahrungen, die ich gemacht habe in meinem Leben keinen Einfluss haben (sollten) auf meine (zukünftige) Partnerschaft. Die Erfahrungen spielen nur noch in meinem Kopf eine Rolle. Dies zu erkennen, zu erkennen, dass uns unser Kopf und unsere Gedanken häufig etwas vorgaukeln, ist schon ein erster Schritt in die Freiheit. Denn unser wahres Wesen ist frei. Frei von Konditionierungen, frei von Dramen, frei von Selbstmitleid, frei von Wiederholungen unserer Erfahrungen. Sie werden nur wiederholt, wenn wir denken, dass sie wiederholt werden. 

Was ich in den Ferien erlebt habe...

Kürzlich hatte ich Sommerferien, die ich wie folgt verbrachte: Ich war 4 Tage im Tessin/Schweiz mit einer lieben Freundin und 4 Tage alleine im Elsass/Frankreich. Im Tessin ist auch das Titelbild-Foto entstanden. Es waren wunderschöne Tage am See, auf den Bergen, am Moon and Stars Festival. Geniessen mit allen Sinnen. 

Nach der 1. Woche fuhr ich dann für 4 Tage mit dem Zug ins benachbarte Elsass in Frankreich. In der Stadt Colmar hatte ich ein kleines Hotelzimmer gebucht. Sofort hatte ich mich verliebt in die wunderschöne Stadt Colmar, ich schlenderte durch die malerischen Gassen, nach jeder Ecke hatte ich das Gefühl, direkt in einem Puppenmuseum gelandet zu sein. Ich ass Elsässer Flammkuchen, trank Elsässer Wein, schaute den Touristen aus aller Welt zu. Eine zauberhafte Welt erschloss sich mir. Auch das benachbarte Strassbourg besuchte ich. 


Bilder aus dem Tessin

Bilder aus dem Elsass



Nun, im Elsass passierte mir folgendes: Ich wusste, dass das Elsass bekannt war für seinen Wein. Und da ich noch einen Tag zur Verfügung hatte, hatte ich die Idee, einen Tagesausflug in die Weingüter zu machen. Es schien mir sinnvoll zu sein, dafür eine Tour zu buchen, in der alles erklärt wurde. Ich machte mich also auf, im Internet eine entsprechende Tour zu suchen - und wurde auch bald fündig. Einen Tagesausflug in einem Bus in verschiedene Weingüter mit entsprechender Erklärung, perfekt! Als ich durch den Buchungs-Prozess ging, folgte die Ernüchterung. Die Tour war erst ab 2 Personen buchbar. Im 1. Moment dachte ich an einen Scherz. Aber dem war wirklich so!

Sofort spielte sich bei mir ein Film ab. Nun kann ich nicht an dieser Tour teilnehmen. Und wenn ich mit jemandem da wäre, dann wäre es kein Problem. Und wieso habe ich niemanden, der mir mir da ist? Alles, was ich mir 'erarbeitet' hatte, alles wofür ich stand, schien mit einem Mal weg zu sein. Das alte Selbstmitleid kam wieder hoch! Das ist ungerecht! Und sowieso... mich will ja doch keiner. Einen Moment suhlte ich mich in diesen Dramen... bis...

Bis ich mir sagte: hör auf damit! Hör auf, Deine Dramen zu leben. Schau nicht auf das, was Du nicht hast. Schau darauf, was Du hast. Und vor allem: Überleg Dir mal, welche Möglichkeiten Dir das Leben bietet. Als ob diese eine Tour die einzige Möglichkeit wäre, in die Weinregionen im Elsass zu gelangen. Überleg Dir, welche Freiheiten Du hast. Es gibt immer Varianten und andere Möglichkeiten. Dadurch den Kopf in den Sand zu stecken bringt doch nichts. Genauso, wie es nichts bringt, zu Hause in den vier Wänden zu sitzen und darauf zu warten, dass etwas passiert. Das Leben ist da, um gelebt zu werden. Eine Möglichkeit verschliesst sich, eine andere öffnet sich. So simple ist das. Geniess das Leben und sei dankbar!

Und so sass ich dann am nächsten Tag gut gelaunt im öffentlichen Bus nach Kaysersberg an der elsässichen Weinstrasse. Eine Führung durch das Weingut hatte ich dort leider nicht, aber dafür meine Freiheit, in meinem Tempo durch die Rebberge zu laufen und das herzige Städtchen zu besichtigen. 


Und so lernte ich folgende Lektion: Sei offen für alle Möglichkeiten des Lebens. Folge Deinen Wünschen, Träumen und Vorstellungen. Gehe offenen Herzens durchs Leben und strahle das aus, was Du gerne anziehen möchtest. 

Eine Single-Person, die ihr Leben alleine gestaltet und offensichtlich nicht unglücklich darüber ist, weil sie einen Weg gefunden hat, das Leben auch alleine zu geniessen, wird - wenn man nicht achtsam ist - vielleicht genau das zum 'Verhängnis'. Denn sie strahlt aus, zufrieden zu sein. Mit sich selber. 

So wünsche ich mir und vielleicht auch Dir (falls Du Single bist)... Dass Du Dein Leben geniesst und trotz allem Dein Herz offen lässt für Dein Gegenüber, für die Person, die in Dein Leben tritt, für den neuen Nachbarn, für jenen Menschen, den Du zum 1. Mal siehst. Denn wer weiss... Vielleicht ist genau Er oder Sie Dein Seelenpartner.   


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Kommentare: 3
  • #1

    eve (Dienstag, 14 August 2018 13:16)

    schön geschrieben,
    "schau nicht auf das was du nicht hast, sondern auf das was du hast"
    danke dagmar
    : )

  • #2

    Dagmar (Dienstag, 14 August 2018 19:35)

    Danke Eve <3

  • #3

    Sandra (Montag, 17 Juni 2019 20:19)

    Hallo, sehr treffend geschrieben. Erst vor kurzem ging es mir genauso.Tagesausflug in die Puszta (Ungarn), buchbar ab 2Pers :( Also bekomme ich die Puszta so nicht zu sehen u MUSS darauf verzichten :( :(
    Als Single alleine (ver)reisen ist eh ein Kapitel für sich. Im Hotel: höherer Zimmeraufpreis bei Einzelbelegung und meist unschöne Zimmerlage. Auf Kreuzfahrtschiff gibt's weniger Kabinen für Einzelbelegung und enorm hoher Aufpreis (50-80%). Meist isst man am Katzentisch im Restaurant, oder "Diskriminierung" u Diskussionen durch/mit Paare. Im Zug: "könnten sie bitte in die Einsitzreihe wechseln. Sie sind allein. Meine Frau und ich reisen miteinander u wollen natürlich nebeneinender sitzen, daher wäre es doch möglich, dass sie in die Einsitzreihe wechseln und meine Frau ihren Platz neben mir nimmt..." An einem Abend im Musicalsaal: "sie sitzen hier falsch. Meine Frau und ich haben hier reserviert und sie sitzen auf ihren Platz. Die 4 Damen am Ende der Reihe können gar nicht falsch sitzen, die sind zu 4. ...." Am Ende stellte sich heraus das sehr wohl 2 Damen von 4 am Reihenende falsch saßen. In solchen Situationen fühle ich mich seeeeehr alleine, niemand der da ist u mir den Rücken stärkt, oder ich fühle mich von Paaren als leichten "Angriffspunkt" und, oder von ihnen herumgeschubst. :( :( Das sind nur ein paar meiner Erfahrungen beim allein verreisen.